Ebernburg in Bad Münster am Stein/Ebernburg

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 Ebernburg Auch hier beginnt die Geschichte mit einer Burg und einer Sage, nämlich der "Ebernburg", die dem Stadtteil unterhalb der Burg ihren Namen gab. Sie soll im 11. Jahrhundert von den Saliern erbaut worden sein, wofür es jedoch keine eindeutigen Beweise gibt. Der Grund des Baus einer Burg ausgerechnet an dieser Stelle war recht einleuchtend, lag sie doch an wichtigen Heer- und Handelsstraßen, die es zu kontrollieren galt. Ihren Namen bekam die Burg der Sage nach wirklich von einem Eber. Dieser spielte nämlich die Hauptrolle bei einer Belagerung. Man versuchte, die Burgbewohner auszuhungern, um so die Burg einzunehmen. Als die Vorräte tatsächlich zur Neige gingen, kam der Burgherr auf eine geniale Idee. Er ließ vierzehn Tage lang jeden Tag aufs neue den einzigen Eber auf den Burghof zerren, ihn auf den Rücken werfen, so als ob er geschlachtet würde, tat dies jedoch nicht. Der Eber schrie in Todesangst so laut er konnte und die Belagerer dachten, es werde jeden Tag ein Eber geschlachtet. Im Glauben, die Burgbewohner hätten Fleisch im Überfluß, zogen die Belagerer schließlich ab und die Burg war gerettet. Zu Ehren des Ebers hieß die Burg von da an Ebernburg.
Bekannt wurde die Burg gegen Ende des 15. Jahrhunderts unter Franz von Sickingen als "Herberge der Gerechtigkeit". Er gewährte zu der Lutherzeit einigen bedeutenden Reformatoren Zuflucht vor religiösen Verfolgern, so z. B. Ulrich von Hutten, Martin Bucer oder Johannes Oekolampad, der 1522 den ersten Gottesdienst in deutscher Sprache in Ebernburg abhielt.  Toreingang
Die Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte einige Male schwer beschädigt, letztmalig 1945. Heute dient sie als Familienferien- und Bildungsstätte.
Mitte des 14. Jahrhunderts wurde am Fuße der Burg mit dem Bau der als Stadt geplante Ortskern, das "Altdorf", begonnen. Ebernburg war schon zu dieser Zeit ein recht bedeutendes Dorf. Aus dieser Zeit stammt auch unsere Tradition im Weinbau. Zusätzlich lebte man zu dieser Zeit von der Landwirtschaft sowie dem Handwerk. Im 19. Jahrhundert kam dann noch der Tourismus hinzu. Ebernburg ist bis in die heutige Zeit dem Weinbau treu geblieben und das charakteristische Merkmal des Stadtteils. Der alte Ortskern ist zum Teil noch erhalten und lädt zu einem Rundgang auf eigene Faust oder zum Verweilen in eine der zahlreichen, gemütlichen Strausswirtschaften ein.

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